Inventur (Bestandsaufnahme)
Kurze Antwort
Der Prozess der physischen Überprüfung von Beständen und deren Abgleich mit der Buchhaltung zur Ermittlung des tatsächlichen Vermögensstatus.
Das Wichtigste in Kürze
- Jährlich - Die Stichtagsinventur ist im Rahmen des Jahresabschlusses gesetzlich vorgeschrieben (gemäß HGB §§ 240, 241 und GoBD).
- Bei Inhaberwechsel, Fusion, Liquidation oder wenn Unregelmäßigkeiten/Verluste festgestellt werden.
Was ist eine Inventur?
Die Inventur (Stocktaking) ist der Prozess der physischen Prüfung (Zählen, Wiegen, Messen) aller Vermögensgegenstände und deren Abgleich mit den Buchwerten (Bestände in der Buchhaltung oder im WMS). Das Ziel: Ermittlung des Ist-Bestandes und Korrektur von Differenzen (Inventurdifferenzen).
Wann ist sie verpflichtend?
- Jährlich - Die Stichtagsinventur ist im Rahmen des Jahresabschlusses gesetzlich vorgeschrieben (gemäß HGB §§ 240, 241 und GoBD).
- Bei Inhaberwechsel, Fusion, Liquidation oder wenn Unregelmäßigkeiten/Verluste festgestellt werden.
Prozessschritte
- Inventuranweisung und Bildung des Inventurteams
- Physische Aufnahme (Erstellung der Inventurlisten)
- Abgleich von Ist-Bestand (Zählung) und Soll-Bestand (Buchhaltung)
- Ermittlung von Differenzen (Inventurüberschuss oder Inventurfehlbetrag)
- Buchung der Ergebnisse und Anpassung der Lagerkonten
Stichtagsinventur vs. Permanentinventur (Cycle Counting)
Die jährliche Stichtagsinventur erfordert oft einen Betriebsstopp und ist sehr arbeitsintensiv. Die Permanentinventur oder das Cycle Counting verifiziert kontinuierlich Teilmengen von SKUs. Dies erhält die Bestandsgenauigkeit ohne Stillstand des Lagers aufrecht - ein operativ empfohlenes Vorgehen.
Wie CRMconnect unterstützt
Durch ein WMS mit Barcode-/Chargenscanning und Echtzeit-Synchronisation zur Buchhaltung hält CRMconnect den Buchbestand jederzeit nah am physischen Bestand. Die jährliche Inventur wird so zu einer schnellen Bestätigung statt zu einer mühsamen Suche nach Fehlern.
Beispiel aus der Praxis
Ein Lager mit 4.000 SKUs benötigte früher 3 volle Tage Betriebsstopp für die Jahresinventur bei ca. 5 % Abweichung. Nach der Einführung von CRMconnect WMS mit täglichem Cycle Counting stieg die Bestandsgenauigkeit auf 99,3 %, und die Jahresinventur wird nun in einer einzigen Schicht ohne Versandstopp abgewickelt.
Aktualisiert:
Häufige Fragen
Wie oft ist eine Inventur gesetzlich vorgeschrieben?+
Die allgemeine Inventur ist mindestens einmal jährlich zum Abschluss des Geschäftsjahres verpflichtend, sowie bei besonderen Ereignissen wie Geschäftsveräußerung, Auflösung oder nach Schadensfällen.
Was ist der Unterschied zwischen Stichtagsinventur und Permanentinventur?+
Die Stichtagsinventur erfasst alle Bestände zu einem festen Zeitpunkt (meist mit Betriebsruhe). Die Permanentinventur (Cycle Counting) prüft laufend kleine Teilmengen, wodurch die Genauigkeit ohne Lagerschließung hoch bleibt.
Wie geht man mit Inventurdifferenzen um?+
Überschüsse und Fehlbeträge müssen buchhalterisch erfasst werden. Nicht erklärbare Fehlbeträge mindern als Aufwand den Gewinn; bei schuldhaftem Verlust können Regressansprüche entstehen. Die Ursachen sollten analysiert werden, um zukünftige Differenzen zu vermeiden.
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Verwandte Begriffe
Cycle Counting (Permanente Inventur)
Fortlaufende Bestandsaufnahme in kleinen Teilmengen ohne Betriebsunterbrechung - die moderne Alternative zur Stichtagsinventur.
OperationsWareneingangsbeleg (WE-Beleg / GRN)
Internes Dokument zur Bestätigung des physischen Wareneingangs im Lager - das Bindeglied zwischen Lieferantenlieferschein und Rechnung.
LogistikWMS (Warehouse Management System)
Das System zur Orchestrierung physischer Lagerprozesse: Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand.
LogistikBestandsbewertungsmethoden (FIFO, LIFO, Durchschnittswert)
Rechnungslegungsvorschriften zur Bestimmung der Herstell- oder Anschaffungskosten von Abgängen: First-In-First-Out, Last-In-First-Out oder gewogener Durchschnittskosten-Ansatz.